Seit fast zehn Jahren zeigt euch Wartezeiten.APP, wie lange ihr in Freizeitparks in ganz Europa anstehen müsst. In diesem Jahr mussten wir uns allerdings eine unbequeme Frage stellen: Kann es dieses Projekt in Zukunft überhaupt noch geben? Hier erfahrt ihr, wie es so weit kommen konnte und wie wir uns entschieden haben. Und warum das Thema weit über unsere eigene Seite hinausreicht – es betrifft jeden Parkfan.
Als wir mit Wartezeiten.APP gestartet sind, hatten wir ein klares, einfaches Ziel: Alle wichtigen Daten zu euren Lieblingsparks sollten schnell und übersichtlich an einem einzigen Ort zu finden sein. Wir waren damals ein hoch motiviertes Team. Das sind wir bis heute. Viele von euch wissen, dass wir unsere Webseite vollständig selbst programmiert haben, in unzähligen Nächten und mit viel Liebe zum Detail. Auch die Anbindung an die einzelnen Parks betreiben wir komplett in Eigenregie. Wir nutzen keine fremden Datenquellen und keine externen APIs wie themeparks.wiki oder queue-times.com. Jede einzelne Schnittstelle zu jedem einzelnen Park haben wir selbst gebaut, und wir pflegen sie auch selbst.
Entsprechend viel Technik steckt heute hinter Wartezeiten.APP. Für unsere riesigen Datenmengen betreiben wir inzwischen ganze Serverparks, dazu kommt zahlreiche weitere Infrastruktur, die rund um die Uhr Daten abruft, prüft und verarbeitet. Wir arbeiten 24/7 daran, dass ihr jederzeit die aktuellsten Daten bekommt und die Schnittstellen zuverlässig laufen. Klingt nüchtern? Im Alltag heißt das: Stellt ein Park über Nacht seine App oder seine Systeme um, sitzen wir oft bis in die frühen Morgenstunden daran. Nur so könnt ihr am nächsten Tag die Wartezeiten wieder wie gewohnt abrufen.
Grundsätzlich freuen wir uns über jede Seite, die sich mit Freizeitparks beschäftigt. Konkurrenz belebt das Geschäft, und am Ende profitiert ihr als Parkfans davon. Seit Anfang dieses Jahres beobachten wir jedoch eine Entwicklung, die uns zunehmend Sorgen macht. Unzählige neue Webseiten sind gestartet, die unserem Angebot sehr ähnlich sind, manche tragen sogar ähnliche Namen. Ein Großteil davon wurde erkennbar in kürzester Zeit mithilfe von KI erstellt, um möglichst schnell Reichweite aufzubauen. Das ist erst einmal völlig legitim. Ehrlich gesagt entwertet diese Entwicklung aber die jahrelange Arbeit und die hohen Investitionen, die in echter Programmierarbeit stecken. Eine Webseite, die in wenigen Stunden per KI entsteht, konkurriert in den Suchmaschinen plötzlich auf Augenhöhe mit einem Projekt, hinter dem zehn Jahre Entwicklung stehen.
Besonders wichtig ist uns jedoch ein Problem, das die meisten Nutzerinnen und Nutzer gar nicht bemerken. Öffentliche APIs verschiedener Anbieter begrüßen wir ausdrücklich, schließlich bieten wir selbst eine an. Projekte wie themeparks.wiki und queue-times.com leisten wertvolle Arbeit für die Community. Kritisch sehen wir aber, wie sich die Landschaft insgesamt entwickelt hat. Um es genauer zu wissen, haben wir uns 26 Wartezeiten-Webseiten und -Apps angesehen. Bei 18 davon ließ sich die Datenquelle eindeutig erkennen. Das Ergebnis: 15 dieser 18 Angebote, also über 80 Prozent, beziehen ihre Daten von nur drei API-Anbietern, nämlich von queue-times.com, themeparks.wiki und unserer eigenen öffentlichen API. Rund drei Viertel hängen allein an queue-times.com oder themeparks.wiki. Nur drei Angebote erheben ihre Daten nachweislich selbst.
Für euch hat das eine ganz praktische Folge. Viele Seiten, die auf den ersten Blick unabhängig und unterschiedlich wirken, zeigen im Hintergrund exakt dieselben Daten aus exakt derselben Quelle, oft unterscheidet sich nur das Design. Genau diese Abhängigkeit halten wir für gefährlich. Schon ein einziger Ausfall reicht: Fällt einer der großen Anbieter aus, zeigen auf einen Schlag zahlreiche Seiten keine Daten mehr an. Wären queue-times.com und themeparks.wiki gleichzeitig nicht erreichbar, stünden nach unserer Stichprobe rund drei Viertel aller Seiten mit erkennbarer Datenquelle ohne Wartezeiten da. Hinzu kommt, dass sich Fehler vervielfachen. Liefert eine zentrale Quelle falsche oder veraltete Daten, zeigen alle angeschlossenen Seiten dieselben falschen Daten an, und einen Vergleich oder eine Gegenprüfung gibt es dann nicht mehr.
Außerdem macht ein anderer die Regeln: Ändert ein API-Anbieter seine Nutzungsbedingungen, führt er Kosten ein oder stellt er seinen Dienst ein, stehen alle abhängigen Seiten gleichzeitig vor dem Aus, und ihre Betreiber haben darauf keinerlei Einfluss. Und am Ende geht echte Vielfalt verloren. Wenn sich eigene Datenerhebung wirtschaftlich nicht mehr lohnt, weil KI-Seiten mit geliehenen Daten die Reichweite abgreifen, baut irgendwann niemand mehr eigene Schnittstellen. Übrig bleibt eine Monokultur mit vielen Fassaden und einem einzigen Fundament. Dieses Muster betrifft längst nicht nur Freizeitparks: In vielen Bereichen des Internets entstehen gerade Hunderte scheinbar unterschiedliche Angebote, die alle von denselben wenigen Quellen leben.
Natürlich könnten wir es uns einfach machen und voll auf KI setzen. Wir sind aber überzeugt: KI kann bei der Entwicklung helfen, sollte aber noch längst nicht alles allein machen. Viele Betreiber wissen gar nicht genau, was die KI für sie programmiert hat, und trotzdem wird der Code ungeprüft übernommen und veröffentlicht. Das kann zu Sicherheitslücken führen, zu fehlerhaften Daten und zu Seiten, die niemand wirklich versteht und warten kann. Geht dann etwas kaputt, fehlt oft das Wissen, um es zu reparieren. Wir dagegen wollen weiterhin wissen, was in unserem Code passiert, und wir wollen dafür geradestehen.
Wir wollen nicht jammern, aber wir wollen ehrlich zu euch sein: All diese Entwicklungen haben Spuren hinterlassen. Unsere Nutzerzahlen sind in diesem Jahr spürbar zurückgegangen. Gleichzeitig steigen die Kosten für Server und Infrastruktur, und die unzähligen Arbeitsstunden werden längst nicht mehr gedeckt. So kamen wir an einen Punkt, an dem wir uns ernsthaft fragen mussten, ob wir weitermachen. Ja, wir haben ans Aufhören gedacht, und diese Entscheidung war nicht einfach. Wir lieben unser „Baby“, aber Liebe allein bezahlt keine Serverrechnungen.
Unsere Antwort ist trotzdem klar: Wir geben nicht auf, wir geben Vollgas! Wir wissen, dass wir eine unglaublich treue Community haben, und viele von euch begleiten uns seit Jahren. Genau deshalb haben wir entschieden weiterzumachen – und zwar richtig, mehr denn je. Unsere Entwickler arbeiten seit Monaten nicht nur an unserer iOS-App, sondern auch am vollständigen Neubau unseres Backends. Die riesige Datenbank im Hintergrund wird von Grund auf modernisiert und umgebaut, mit neuen Techniken und neuen Schnittstellen. Parallel bekommt Wartezeiten.APP ein umfassendes Redesign mit vielen neuen Funktionen, zum Beispiel Vergleichen unterschiedlicher Zeiträume und dem direkten Vergleich von Parks untereinander. Praktisch für alle, die ihren nächsten Parkbesuch planen. In die Neuentwicklung der Datenbank und das Redesign stecken wir viele hundert Arbeitsstunden.
Damit ist aber noch lange nicht Schluss. Nach der Umstellung bauen wir Schritt für Schritt neue Funktionen ein und ergänzen fehlende Daten zu unseren Parks. Dazu gehören unter anderem Showzeiten, Informationen zur Gastronomie sowie Wartezeiten nach Parkschluss, also für die Fälle, in denen der Park offiziell schon geschlossen hat, einzelne Attraktionen aber noch geöffnet sind. Gerade Letzteres dürfte allen gefallen, die an langen Parktagen bis zum Schluss noch eine Fahrt mitnehmen wollen.
Lange müsst ihr darauf nicht mehr warten: Die neue Datenbank und die überarbeitete Webseite gehen in Kürze online. Wir stecken gerade in den letzten Tests und sind schon sehr gespannt auf eure Reaktionen. Danach werden wir genau beobachten, wie sich alles entwickelt. Wir hoffen, damit auch viele Nutzerinnen und Nutzer zurückzugewinnen, die uns in letzter Zeit vielleicht aus den Augen verloren haben.
Jetzt kommt ihr ins Spiel, denn ohne euch geht es nicht. Erzählt euren Freunden, eurer Familie und eurer Parkcommunity von Wartezeiten.APP, teilt uns in Foren, Gruppen und sozialen Netzwerken und meldet euch bei uns, wenn ihr euch neue Funktionen wünscht, wenn etwas nicht funktioniert oder wenn ihr einfach Feedback loswerden wollt. Jede Empfehlung und jeder Besuch hilft uns, dieses Projekt am Leben zu halten. Zeigt uns, dass sich echte, unabhängige und handgemachte Arbeit auch 2026 noch lohnt.
Wir sind da. Wir bleiben. Wir investieren weiter. Danke, dass ihr uns begleitet!
Euer Team von Wartezeiten.APP
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